Eine zukunftsweisende Entscheidung
An der Konrad-Adenauer-Realschule sollen Berufswahltage die Wahl des richtigen Jobs erleichtern
Es ist wohl eine der zukunftsweisenden Entscheidungen im Leben. Mit der Wahl des Ausbildungsberufes trifft der eine genau ins Schwarze, andere hingegen benötigen einige Anläufe, bis sie das Richtige gefunden haben. Um den Einstieg ins Berufsleben zu erleichtern, hat die Konrad-Adenauer-Realschule in Roding sogenannte Berufswahltage eingeführt, an denen die Schüler einen Einblick in unterschiedliche Branchen bekommen. Ruth Landstorfer, die Koordinatorin der beruflichen Orientierung an der Realschule, weiß um die Wichtigkeit der Berufswahltage – sowohl für die mehr als 100 Neuntklässler als auch für die Arbeitgeber. Die Organisatorin schickte schon im Oktober Einladungen an die Arbeitgeber raus. Bereits am ersten Tag sind bei Landstorfer die ersten 35 Anmeldungen von Ausstellern eingegangen. „Die wissen, dass sie keinen Platz bekommen, wenn sie nicht schnell sind. Ich könnte theoretisch ein ganzes Schuljahr mit Vorträgen füllen“, schmunzelt Landstorfer.
Seit 15 Jahren gibt es das Angebot in Roding
Vor 15 Jahren fanden die Berufswahltage zum ersten Mal statt – damals mit 16 Firmen. Landstorfer betreut das Informationsangebot nun im vierten Jahr. Zu den beliebtesten Kursen zählen laut ihr die Vorträge der Bundespolizei, der Bundeswehr, des Zolls und der Justizvollzugsanstalt. „Die sind im Endeffekt jedes Jahr gleich. Heuer war auch die Physiotherapie sehr gut besucht“, sagt die Koordinatorin. Kiara ist gerade aus dem Vortrag der Berufsfachschule für Physiotherapie Cham gekommen. Vier Kurse besuchte die Neuntklässlerin bereits – den Vortrag über den Job als Therapeut fand sie am spannendsten. „Die zeigen wirklich, wie es dort ist. Vielleicht will ich auch mal in die Richtung gehen. Ich weiß es aber noch nicht“, sagt Kiara. Zusammen mit ihren Mitschülerinnen Cornelia und Jasmin besuchte sie am Dienstag und am Mittwoch je fünf Vorträge. Für die Jugendlichen ist das Schnuppern in die Berufswelt ein gutes Angebot der Schule, wobei einige noch keine genaue Richtung wissen oder kein Interesse an den Branchen haben. Die Schülerinnen und Schüler haben im Dezember von Landstorfer den Vortragsplan vorgestellt bekommen – via Teams. Dann mussten sie sich für die fünf Vorträge, die sie am meisten interessieren, eintragen. „Jeder Kurs dauert so 30 bis 40 Minuten und dann wechselt man quasi zwischen den Klassenräumen hin und her“, sagt Jasmin. Cornelia kann den Berufswahltagen an der Konrad-Adenauer-Realschule ebenfalls viel Gutes abgewinnen. Während ihre Mitschülerinnen mit einer Ausbildung zur Flugbegleiterin, einer Physioausbildung oder dem Grundschullehramtsstudium bereits konkrete Pläne haben, diente die Veranstaltung ihr eher zur Orientierung. „Ich finde es gut, dass die Firmen kommen. Ich weiß aber noch nicht, was ich machen will“, sagt Cornelia.
Nicht nur Unternehmen stellen sich vor
Doch nicht nur Unternehmen stellen sich an den Berufswahltagen in Roding vor. Für Jasmin war beispielsweise der Vortrag der FOS Cham am interessantesten. „Ich würde gerne da hingehen und mein Fachabitur machen. Ich möchte gerne mal Grundschullehramt studieren“, sagt die Neuntklässlerin. Trotz des guten Einblicks für ihren weiteren Bildungsweg hätte sich die Neuntklässlerin etwas mehr Abwechslung gewünscht. Ein Punkt, den auch Landstorfer bemerkt hat und gerne berücksichtigen würde. Doch bislang findet sie wenig Arbeitgeber, die aus „kreativen Branchen“ kommen. „Es ist schon so, dass wir relativ industrielastige Berufe hier haben. Ich habe vergangenes und dieses Jahr geschaut, dass wir auch ein bisschen mehr kreative Berufe bekommen. Wir haben ja auch den Kunstzweig bei uns. Aber viele Arbeitgeber in den Branchen suchen gar nicht“, erklärt Landstorfer. So habe sie beispielsweise bei Mediengestaltern angefragt. Insgesamt haben sich am Dienstag und am Mittwoch 50 Firmen vorgestellt. „Grundsätzlich denken wir, dass die Tage sehr wichtig sind. Wir wollen seit drei Jahren auch, dass die Firmen mehr Praxis in ihre Vorträge einbauen. So bekommen die Schüler einen Einblick und finden bestenfalls schon heraus, in welche Richtung es gehen soll“, sagt Landstorfer. Zwei ganze Schultage gingen für die Berufswahltage an der Konrad-Adenauer-Realschule in Roding drauf. Zeit, die kein Lehrer gerne hergibt, aber die den Schülern hilft, Einblicke gewährt und im Optimalfall bei der Suche nach ihrem beruflichen Glück unterstützt.
(Quelle: Bayerwaldecho vom 12.02.2026)

















