
Vertauschte Rollen: Zeugnis für Direktor
Nur am Style muss er noch arbeiten: Realschul-Leiter Peintinger freut sich über Bewertungen der Schüler
Vertauschte Rollen an der Rodinger Realschule: Zum ersten Mal gab es in diesem Jahr auch ein Zeugnis für Direktor Alexander Peintinger. Auch wenn es vor allem der Unterhaltung dient, freut sich der Schulleiter doch über die (fast) durchweg guten Bewertungen der Abschlussschüler der Klasse 10d: „Endlich bin ich auch einmal unter den Einser-Schülern“, sagt er mit einem Lächeln bei einem Gesamtnotendurchschnitt von 1,7. Nur an seinem Style muss der Direktor noch arbeiten: Als einziges Fach gab es hier nur ein „befriedigend.“ Als eine „sehr nette Idee“ der Abschlussschüler findet es Peintinger, ihm ein Zeugnis auszustellen. Für die Lehrer in den Hauptfächern der Abschlussklassen sei dies auch gemacht worden, den Schulleiter miteinzubeziehen, war aber eine Premiere.
Schüler haben sich viel Mühe gegeben
Somit war es für den Direktor das erste Mal seit 35 Jahren, dass auch er ein Zeugnis bekam, zuletzt war dies nach seinen Abiturprüfungen der Fall. „Mit dem Schnitt von heuer hätte ich damals bei weitem nicht mithalten können“, verrät er. Die Schüler der Klasse 10d haben die Noten aus zehn Abstimmungen aller 15 Jugendlichen ermittelt und entsprechend zusammengefasst. Auch bei der Form haben sie sich viel Mühe gegeben und einen original Zeugnisvordruck verwendet, mit Geburtsdatum Peintingers sowie dem Siegel der Schule („Das haben sie gut hinbekommen“) versehen. Insgesamt ergab sich für den Direktor in der „Wahlpflichtfächergruppe Lehrer“ dabei ein Notendurchschnitt von 1,7. „Außerdem ist es wichtig zu erwähnen, dass dieses Zeugnis nicht allzu ernst genommen werden sollte, da es einfach nur der Unterhaltung dient“, schreiben die Schüler.
Nur die Note für den Hund versteht er nicht
Dies beherzigt Peintinger, freut sich aber trotzdem über die guten Noten und die Erkenntnisse, die sich daraus ergeben. Mit „sehr gut“ wurden die Umgangsform mit den Schülern, Gerechtigkeit, Humor und Empathie bewertet. „Das zeigt schon, dass sich die Schüler wohl an der Schule fühlen und ist eine Bestätigung, dass man nicht alles falsch macht“, so der Schulleiter. Die Note „gut“ gab es bei Innovationskraft, Eloquenz bei öffentlichen Reden, Engagement, Stimmung sowie dem Niedlichkeitsfaktor von Hund Iram – die einzige Bewertung, die der Direktor nicht ganz nachvollziehen kann: „Der hätte auf jeden Fall sehr gut verdient“, sagt er augenzwinkernd. Bei den andern „Zweiern“ will er versuchen, es künftig noch ein wenig besser zu machen, „ein kleiner Ansporn ist das schon auch.“ Das schlechteste „Fach“ war der Style: Nur ein „befriedigend“ war es in diesem (nicht unbedingt entscheidenden) Feld. „Da werde ich künftig wohl etwas ändern müssen“, sagt Peintinger, zumal auch seine Frau in diesem Punkt mit den Schülern oft einer Meinung sei, wie er verrät. Insgesamt werde Peintinger als sehr nachbarer Schulleiter wahrgenommen, der die Schule nicht nur organisatorisch, sondern auch menschlich stark präge und weiterentwickle, loben die Abschlussschüler. Ihm werde deshalb „die Erlaubnis zum Vorrücken in das nächste Schuljahr erteilt.“ Die „mit dem Zeugnis nachgewiesene schulische Bildung bescheinige ihm eine erfolgreiche Lehrtätigkeit und ermöglicht einen ruhigen und wohlverdienten Übergang in den Ruhestand zu gegebener Zeit.“ Da sei noch eine Weile hin, lacht Peintinger – was aber auch nicht schlimm sei: Solange es so laufe wie in Roding, wo alle 75 Abschlussschüler wissen, was sie jetzt machen und auch das Klima sehr gut sei, mache ihm das Arbeiten viel Spaß. Und die guten Bewertungen im „Jahreszeugnis“ seien auch eine zusätzliche Motivation, so weiter zu machen.
(Quelle: Bayerwald Echo vom 28.07.2026)
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